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Werkstätten Liturgie für Frauen
Im vergangenen Jahr fanden in den Gemeinden Bonn und Frankfurt zum ersten Mal so genannte "Werkstätten Frauensonntag" statt, in denen Bausteine für den Frauensonntag erarbeitet werden sollten.Die Idee, sich in Werkstätten mit dem Thema Liturgie auseinander- zusetzen, fand bei den Teilnehmerinnen und beim baf-Vorstand großen Anklang.
Die Umsetzung der einzelnen erarbeiteten Bausteine in eine Vorlage für den Gottesdienst am Frauensonntag erwies sich allerdings als nicht so einfach. Deshalb haben wir den Schwerpunkt der Werkstätten leicht verändert und möchten nun keine konkreten Bausteine für den Frauensonntag erarbeiten, sondern uns in diesem Jahr ganz allgemein mit dem Thema Liturgie befassen.
Wir wollen gemeinsam einen Tag verbringen: Beten, singen, uns austauschen, kreativ sein und vor allem erfahren, was Liturgie ausmacht:
Was sind die Bestandteile des Gottesdienstes?
Was bedeuten sie?
Was muss ich beachten, wenn ich selber Gottesdienste vorbereite?
Die Werkstätten finden in diesem Jahr
in Bonn (22.05.10)
Frankfurt (01.05.10)
Karlsruhe (22.05.10)
und München (03.07.10)
jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr statt.
Die Leitung und Gestaltung haben Priesterinnen/Theologinnen unseres Bistums übernommen.
Nähere Informationen und Anmeldungen sind über die Pfarrämter, unter
baf-im-netz.de oder bei Marion Wenge, marionwenge (at) web.de erhältlich.
Nähere Informationen finden Sie hier
Frauensonntag - Die Geschichte eines liturgischen Aufbruchs
Heute sind viele Frauen in der Kirche. Was ist daran außergewöhnlich? Nichts – und doch... Sie stehen im Altarraum, tragen die Lesungen vor, zwei Frauen predigen im Dialog. Heute wird nicht der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Jesu Christi besungen, sondern der Gott Sarahs, Rebekkas, Leahs und Rachels, der Gott des Sohnes der Maria.
Es ist der gleiche Gott, nur aus einem anderen Blickwinkel angesprochen. In den Gebeten werden an Lebenszusammenhänge und Leiden von Frauen gedacht. Die Sinne werden angesprochen durch Blumen, bunte Tücher und duftendes Öl, mit dem die Gottesdienstteilnehmer/innen einander segnen. Die Kollekte ist für ein Frauenprojekt bestimmt. Frauen, Männer und Kinder feiern begeistert mit. Die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes liegt heute in Frauenhand, sie haben auch das Eucharistiegebet ausgesucht, das der Priester oder die Priesterin betet. Denn es ist der 5. Sonntag in der Osterzeit. Es ist Frauensonntag.
Heidi Herborns humorvoller Artikel zur Verlegung des Frauensonntags auf den 5. Sonntag in der Osterzeit: Ein Traum und ein neuer Termin
Frauen und Liturgie – das ist ein weithin unaufgearbeitetes Thema in allen kirchlichen Traditionen. Lesen Sie hierzu den Artikel von Angela Berlis: Frauensonntag – die Geschichte eines liturgischen Aufbruchs...
Warum feiern wir den „Frauensonntag“?
Überlegungen zum baf-Frauensonntag am 10. Mai 2009 von Mariette Kraus-Vobbe
Für baf-Frauengruppen oder auch Frauen, die sich spontan zusammenfinden, um den „Frauensonntag“ zu gestalten, ist dies zum einen eine Gelegenheit, Verantwortung für das liturgische und pastorale Leben in der Gemeinde zu übernehmen. Zum anderen bietet dieser Sonntag auch die Möglichkeit, spezifische Frauenthemen im Gottesdienst zur Sprache zu bringen. Mit dieser Feier, die am selben Tag im ganzen Bistum begonnen wird, erfahren wir ein Stück Solidarität und Verbundenheit mit unseren Schwestern und Brüdern. Im Gottesdienst des Frauensonntags sind daher kreative Elemente und besondere Bausteine nicht nur geduldet, sondern auch bei der Auswahl von Lesungstexten und Liedern, sowie der Gestaltung von Predigt, Fürbitten, eingefügten szenischen oder getanzten Elementen erwünscht.
Ein besonderes Augenmerk kann dabei vor allem auf der Verbindung von überlieferten biblischen Texten und Erzählungen mit der Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern heute sein. Der Frauensonntag bietet überdies die Möglichkeit, einmal als Frauengruppe in der Gemeinde sichtbar und wahrgenommen zu werden. Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.
In diesem Jahr geht es in der Vorlage zum Gottesdienst um die Stärken von Frauengestalten in der Bibel und um unsere eigenen Stärken. Daher lautet das vorgeschlagene Thema: “Frauenstärken trauen.”
Der Titel wirkt vielleicht zunächst etwas provokativ. „Frau“ und Stärke“ wurden in unserer christlich-abendländischen Tradition jahrhundertelang eher als Widerspruch gesehen. Das Klischee vom sanften und fügsamen „schwachen Geschlecht“ ging oft an der Lebensrealität vieler Frauen vorbei, deren Schwäche lediglich aus ihrer gesellschaftlichen Position resultierte, wogegen sie ihr Leben durchaus mit Stärke meisterten.
Der Leitfaden zum Frauensonntag als PDF-Download
Werkstatt Frauensonntag
2009 startete das neue Projekt, die "Werkstatt Frauensonntag". In Frankfurt und in Bonn haben wir gemeinsam einen Tag verbracht.
Beten, singen, uns austauschen, kreativ sein und vor allem in Gemeinschaft Bausteine für den Frauensonntag 2010 erarbeiten: Das stand im Mittelpunkt. Die Werkstatt in Bonn wurde begleitet von Vikarin Henriette Crüwell, in Frankfurt übernahm Vikarin Anja Goller diese Aufgabe.
Am Ende der Werkstatt haben wir zusammen mit der jeweils anwesenden Priesterin einen Gottesdienst gefeiert, der aus unseren an diesem Tag erarbeiteten Bausteinen bestand - ein Gottesdienst von Frauen für Frauen.
„Werkstatt Frauensonntag“ in Frankfurt
Am 31.01.2009 fand im Frankfurter Gemeindezentrum die „Werkstatt Frauensonntag“ statt. Die Mehrzahl der 14 Teilnehmerinnen stammte aus dem Rhein-Main-Gebiet, aber auch aus Mannheim und sogar Freiburg waren Frauen dabei.
Auf das Thema „Wege“ wurden wir bildlich durch eindrucksvolle Aufnahmen und meditativ durch die Benennung der verschiedensten Arten von Wegen mit dem dahinter steckenden Symbolwert (steil, steinig, geradlinig, sonnig, romantisch, im Nebel sich verlierend, einsam, gemeinsam, etc.) eingestimmt.
Dann wurden Lebenswege von 4 biblischen Frauengestalten zum Thema intensiver
betrachtet. Wir beschäftigten uns mit Maria und den alttestamentlichen
Frauen Hagar, Rebekka und Rut. An Hand des Genesistextes (21, 9-12) über
Hagar, der ägyptischen Magd von Abrahams Frau Sara, lernten wir die
Methode des Bibliologs kennen. Hagar hatte mit Abraham einen Sohn, bevor
die lange Zeit kinderlose Sara den Sohn Isaak bekam. Nun wurde Hagar mitsamt
ihrem Kind auf Saras Geheiß in die Wüste geschickt. Bei der
Bibliologmethode wird der Bibeltext vorgelesen, nach Abschnitten innegehalten
und die Zuhörenden werden aufgefordert, sich in die Gefühlslage
einzelner Personen im Text zu versetzen. Sie sollen in der Ich-Form deren
Emotionen, z.B. Hagars, aussprechen (z.B. „Ich bin wütend auf
Abraham, dass er mich und meinen Sohn, der auch seiner ist, verjagt. Was
soll aus uns werden?“) Diese persönliche Empfindung wird von
der Vorlesenden in indirekter Form wiederholt und die Aussage dadurch
verstärkt. (Du bist wütend und verletzt. Du hast Angst vor der
Zukunft.) So wird das gesamte Geschehen zur eigenen Erfahrung und damit
sehr intensiv durchlebt.
Im Gegensatz zu der Methode des Bibliodramas ist der Vorteil beim Bibliolog, dass die Teilnehmenden sich eher trauen, verbal in eine Situation zu schlüpfen, als gestalterisch in eine komplette Rolle. (vgl. Pohl-Patalong, Uta: Bibliolog. Gemeinsam die Bibel entdecken im Gottesdienst - in der Gemeinde - in der Schule; Stuttgart: Kohlhammer, 2005, ISBN 3-170191- 11-X)
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Nach Mittagessen und Verschnaufpause ging es in kleinen Gruppen weiter. Wir konzentrierten uns jeweils auf eine der anderen Frauengestalten (hier Rebekka) und versetzten uns in deren Lebenssituation. Wir legten mit Tüchern und anderen Requisiten (Steinen, Blumen, Ketten, Vorhangschlösschen etc.) die Geschichte als Lebensweg anschaulich auf dem Boden aus. Im nächsten Schritt suchten wir nach Übertragungsmöglichkeiten auf unsere eigenen Erfahrungen. (Wo ist mein Rebekkaweg? Wo habe ich eine vergleichbare Entscheidung getroffen? Wo hätte ich ihren Weg nicht mitgehen können oder wollen?) Nach Möglichkeit flochten wir unsere Lebenserfahrung in den ausgelegten Lebensweg mit ein.
Die Arbeit der Einzelgruppen fand Eingang in den Gottesdienst, den Vikarin Anja Goller zum Abschluss mit uns hielt: Gedanken über unsere eigenen Wege, Fürbitten, Impulsfragen zu dem Text über Rebekka, die jede für sich im Stillen beantworten konnte, meditativer Tanz.
Wir waren alle recht „angetan“ von unserem Werkstatterlebnis
und sind gespannt, ob und wie die Arbeitsergebnisse in den Frauensonntag
2010 einfließen können.
Annelie Riedel, Frankfurt
Dieser Bericht zur Werkstatt Frauensonntag in Frankfurt zum Ausdrucken.



