Frauensonntag


Heilwerden - ein Sehnen tief in uns

Wie sehr drückt doch der Titel des diesjährigen regulären Frauensonntags unsere momentane Sehnsucht in dieser Coronazeit aus: Heilwerden für uns und die ganze Welt.

 

Nachdem nun überlegt wird, wie und wann in nächster Zeit auch wieder Gottesdienste oder zumindest Wortgottesdienste stattfinden können, weisen wir nochmals auf die Vorlage zum Frauensonntag hin. Es wäre sicherlich schön, diesen Gottesdienst, Ideen dazu, oder auch Teile dieser Vorlage mit einbeziehen. In dieser Zeit der Ungewissheit muss der Frauensonntag ja nicht am 10. Mai gefeiert werden, sondern es findet sich vielleicht ein anderer Sonntag, der dann passt.

 

Aus der Vorlage:


Mit Heilung oder Ganz-Sein kann auch gemeint sein,
dass wir wieder ins Gleichgewicht kommen,
dass wir uns aufrichten können – egal wie unser Gesundheitszustand ist,
dass wir zu uns ja sagen können…
Ja, so bin ich.
Ja, hier bin ich – und so wie ich bin, darf ich hier sein…


Frauensonntag 2020: Heilwerden - Ein Sehnen tief in uns

Am 10. Mai 2020 laden wir ein, den Frauensonntagsgottesdienst unter dem Motto "Heilwerden - ein Sehnen tief in uns" gemeinschaftlich vorzubereiten und in und mit Ihrer Gemeinde zu feiern.

Der Frauensonntag wurde im Jahr 1920, also vor 100 Jahren das erste Mal in unserem Bistum gefeiert und liegt uns sehr am Herzen! Die Frauen, die ihn initiiert haben wollten damals, dass ihr Beitrag in der Kirche und den Gemeinden gesehen, anerkannt und gewürdigt wird und darum haben sie sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass dies in einem besonderen Gottesdienst im Jahr stattfindet. Das ist ein Grund zum Innehalten, zum dankbaren Erinnern und Feiern!


Dies tun wir auch mit der gleichzeitig stattfinden Kerzenaktion, bei der die Jubiläumskerze während des ganzen Jahres durch die teilnehmenden Gemeinden wandert. Mehr zu den Aktionen rund um das Jubiläum 100 Jahre Frauensonntag erfahren Sie hier.

 

Der reguläre Frauensonntag findet wie gewohnt im Mai statt und wird davon nicht tangiert.
Inzwischen bietet der Frauensonntag eine besondere Chance, im Gottesdienst Themen aus der Sicht von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und ganzheitliche Impulse im Gemeindegottesdienst zu setzen. Immer wieder berichten Frauen, die den Gottesdienst selbst gestaltet und gefeiert haben, dass sie dadurch unsere Liturgie besser kennenlernen und sie tiefer erleben und verstehen konnten.


Unser Gottesdienstvorschlag für den Frauensonntag, der im Februar an die alt-katholischen Pfarrämter und mit dem baf-Newsletter verschickt wurde, enthält Texte und Vorschläge, die einzeln oder auch als Gesamtes verwendet werden können. Gleichzeitig ist es natürlich möglich, ganz anderes Thema für den Gottesdienst zu wählen.


Die Kollekte des Frauensonntags möchten wir gerne Medica Mondiale, eine in Deutschland ansässige, international tätige Frauenrechts- und Hilfsorganisation, zukommen lassen: www.MedicaMondiale.de


Warum feiern wir den "Frauensonntag"?

Für baf-Frauengruppen oder auch Frauen, die sich spontan zusammenfinden, um den "Frauensonntag" zu gestalten, ist dies zum einen eine Gelegenheit, Verantwortung für das liturgische und pastorale Leben in der Gemeinde zu übernehmen. Zum anderen bietet dieser Sonntag auch die Möglichkeit, spezifische Frauenthemen im Gottesdienst zur Sprache zu bringen. Mit dieser Feier, die am selben Tag im ganzen Bistum begonnen wird, erfahren wir ein Stück Solidarität und Verbundenheit mit unseren Schwestern und Brüdern. Im Gottesdienst des Frauensonntags sind daher kreative Elemente und besondere Bausteine nicht nur geduldet, sondern auch bei der Auswahl von Lesungstexten und Liedern, sowie der Gestaltung von Predigt, Fürbitten, eingefügten szenischen oder getanzten Elementen erwünscht.

  

Ein besonderes Augenmerk kann dabei vor allem auf der Verbindung von überlieferten biblischen Texten und Erzählungen mit der Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern heute sein. Der Frauensonntag bietet überdies die Möglichkeit, einmal als Frauengruppe in der Gemeinde sichtbar und wahrgenommen zu werden.

 

Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.

 

Überlegungen zum Frauensonntag von Mariette Kraus-Vobbe, 2009

Frauen und Liturgie – das ist ein weithin unaufgearbeitetes Thema in allen kirchlichen Traditionen. Lesen Sie hierzu den Artikel von Angela Berlis:

 

Frauensonntag – die Geschichte eines liturgischen Aufbruchs...



Frauensonntag 2019 - Dem Frieden Raum geben

Persönliche Nach(t)gedanken zum Frauensonntag 2019

 

Frauensonntag ist, wenn Frauen gemeinsam den Gottesdienst für die ganze Gemeinde vorbereiten.

Frauensonntag ist, wenn sich Frauen in der Gemeinde zusammensetzen und Texte, Gebete, Lieder suchen, die sie ansprechen und berühren, wenn sie sich Gedanken über Themen machen, die sie bewegen, wenn sie Verantwortung übernehmen und tragen für das, was ihnen wichtig ist, wenn sie sich mutig hinstellen, gestalten und ausdrücken, was sie bewegt.

 

Frauensonntag ist, wenn Frauen für die ganze Gemeinde, für Männer und Frauen, für Kind und Kegel einen Gottesdienst im Jahr gestalten, wenn sie versuchen eine Sprache zu finden, die sie verstehen und anspricht, die sie stärkt, stützt, öffnet - sei es in den vielen Namen für Gott oder in Gebeten und Texten.

 

Frauensonntag ist auch, wenn Frauen sich in ihrer Vielfalt sehen - eine ist nicht wie die andere -

wenn sie sich dem stellen und miteinander überlegen und auch schon mal ringen um Worte und Ausdruck, Gestaltung, Musik und Inhalt.

 

Frauensonntag ist frustrierend, wenn Männer während dem Gottesdienst rausgehen.

Frauensonntag ist frustrierend, wenn es kein Feedback gibt oder nur Kritik für Form- oder sonstige Fehler und wenn „frau“ denkt, dass sie sich diese Arbeit nicht noch mal antun wird.

 

Frauensonntag ist ernüchternd, wenn nach 99 Jahren die Gemeinde noch nicht weiß, was Frauensonntag ist und wir Frauen es immer und immer wieder erklären müssen. Frauensonntag war vor 99 Jahren ein Tag, an dem die Frauen geehrt wurden für all die Arbeit, die sie für die Gemeinde das ganze Jahr über geleistet hatten. Es sollte zeigen, dass „man“ ihre Arbeit sah und schätzte und auch für andere 1x sichtbar gemacht wurde, was sie alles leisteten. Im Laufe dieser 99 Jahre hat sich der Frauensonntag von der Idee her dahin entwickelt, dass Frauen eher mitgestalten, dass sie eine Stimme haben, dass sie sich einbringen mit ihren Lebenswirklichkeiten, mit dem, was sie bewegt und berührt. Gemeinde sind wir alle und auch am Frauensonntag wollen wir mit der ganzen Gemeinde feiern.

 

Ich habe die Vision, dass es nicht mehr Frauensonntag heißen muss, dass es selbstverständlich ist, dass wir uns alle gleichermaßen einbringen dürfen mit unseren Wünschen und Bedürfnissen, mit unseren unterschiedlichsten Begabungen und Schicksalen, dass es ein Fest ist zusammenzukommen, so wie jede und jeder ist, unsere Vielfalt zu feiern.

Ich habe die Vision, dass es nicht um richtig oder falsch geht, sondern um Vielfalt und bedingungslose Annahme und Liebe.

 

Die Realität 2019 ist manchmal sehr ernüchternd, wenn ich bedenke, dass das Ziel von vor beinahe 100 Jahren auch heute noch hoch aktuell ist, nämlich die Wertschätzung der Arbeit, die Frauen unbezahlt und engagiert in der Gemeinde und für alle! erledigen. Heute geht´s insbesondere um eine Wertschätzung der oft anderen Lebenswirklichkeit von Frauen und den Wunsch, dass sich dies auch im Gottesdienst widerspiegelt. Wertschätzung könnte auch einfach darin ausgedrückt werden, dass ich da bin, dass ich Interesse zeige, dass ich offen bin für das, was die Frauen sich trotz heftiger Angriffe zu sagen trauen. Wertschätzung wäre für mich auch sichtbar, wenn der Pfarrer mitfeiern würde.

 

Es stimmt mich sehr traurig und nachdenklich, wenn wir Frauen damit allein gelassen werden,

- vielleicht auch die ganze Gemeinde - und ich finde es bewundernswert und mutig, es gibt mir Hoffnung, wenn ich das TROTZDEM spüre, mit dem sich Frauen hinstellen und sagen: Wir wollen den Frauensonntag feiern, so unterschiedlich wir auch sind!

 

Benedikta Klein


Einladung zum Frauensonntag 2019

Liebe Frauen,

 wir laden Sie/Euch ein, den Frauensonntagsgottesdienst am 19. Mai 2019 unter dem Motto "Dem Frieden Raum geben“ gemeinschaftlich vorzubereiten und in und mit Ihrer Gemeinde zu feiern. Der Frauensonntag liegt uns sehr am Herzen, denn er bietet eine besondere Chance, im Gottesdienst Themen aus der Sicht von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und ganzheitliche Impulse im Gemeindegottesdienst zu setzen.

 

Die Kollekte für die Frauenarbeit des baf findet traditionell am 1. Adventssonntag statt. Am Frauensonntag schlagen wir eine Kollekte für das Projekt EcoMe in der Nähe von Jericho vor. Dort soll ein Zentrum wieder neu aufgebaut werden, welches Israelis und Palästinensern Begegnungsmöglichkeiten schafft, um Frieden und Versöhnung zu unterstützen.

 

Falls Sie sich dem anschließen möchten, bitten wir um Überweisung der Kollekte auf das baf-Konto IBAN: DE 68 6601 0075 0006 4147 50, unter dem Stichwort "EcoMe Friedensprojekt“. Wir werden die Kollekten dann gesammelt an EcoMe weiterleiten.

 

Wir wünschen Freude bei der gemeinsamen Vorbereitung und viele positive Rückmeldungen!

Wir sind neugierig auf Ihr Feedback über Ihre Erfahrungen mit der Gottesdienstvorlage, der Gottesdienstfeier, ebenso wie mit der Vorlage für das Einstiegstreffen.

Gerne per Mail an vorsitzende@bafimnetz.de!

 

Im Namen des gesamten Vorstands grüßt Sie und Euch herzlich

Lydia Ruisch, Vorsitzende


Die Kollekte des Frauensonntags 2019 ging an das Projekt EcoMe (Eco Middle East) -
Zentrum für Frieden und Heilung

Seit der Gründung 2011 bot das allein von Ehrenamtlichen getragene, nahe Jericho und dem Toten Meer gelegene Zentrum, Raum für Frieden und Heilung. Über vielfältige Wege, wie die ökologische Arbeit, Gewaltfreie Kommunikation, Sprachkurse, Kunst, Yoga, Spiritualität, Gemeinschaftsbildung und anderes war es ein einzigartiger Ort, wo Menschen aus Israel und Palästina, sowie aus aller Welt sich begegnen und Willkommen sein konnten.
www.ecomecenter.org

 

Ein Beispiel einer Aktion:


Frauensonntag 2018 - Aufstehen und leben

Aufstehen und leben – wer möchte das nicht? Das ist ja auch zunächst einmal der Normalfall. Wie selbstverständlich stehen wir jeden Morgen auf und gestalten unser Leben. Erst wenn wir etwa durch eine Krankheit ans Bett gefesselt werden, merken wir wie kostbar es ist, aufstehen und leben zu können.

 

Im Lukasevangelium lesen wir die Geschichte von der sogenannten „gekrümmten Frau“. Sie bleibt namenlos, wird ausschließlich durch ihre Krankheit definiert. Jesus aber sieht sie, spricht sie an und richtet sie auf. Wer hat nicht schon einmal am eigenen Leib erfahren, wie wunderbar es ist, sich nach einem Genesungsprozess wieder kraftvoll aufrichten zu können?

 

Mit der namenlosen Frau können wir uns identifizieren. Sie steht für Frauen und Männer, die sich gebeugt fühlen durch unterdrückende Strukturen, durch Krankheit oder auch dadurch, dass sie sich ausgeschlossen fühlen. Wie können solche Menschen wieder ins Leben kommen? Was hilft ihnen, sich aufzurichten? Jesus ist Meister darin, Menschen aufzurichten und ihnen Ansehen und Würde zu geben. Er schafft den Raum, in dem Menschen aufstehen können, ja in gewisser Weise auch auferstehen.

 

Diese Auferstehungserfahrung wollen wir mit Ihnen gemeinsam feiern und laden Sie herzlich dazu ein! Wir wünschen Ihnen und uns allen einen erfahrungsreichen, lebendigen Gottesdienst am 29. April 2018.

 

Brigitte Glaab und Lydia Ruisch


Die Kollekte des Frauensonntags 2018 ging an die Organisation "start somewhere".

Hier finden Sie das Dankesschreiben der Organisation für die Kollekte am Frauensonntag:

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Dankeschönbrief "start somewhere"
Dankeschön start somewhere baf-Frauenson
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