Aktuelles

Hier sind finden Sie aktuelle Meldungen des baf . Wenn Sie weitere Informationen möchten oder Informationen zu einer neuen Meldung abgeben möchten, so nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

 


Noch mehr Fotos und erste Texte zur Jahrestagung online...

Nun haben wir weitere Fotos und erste Texte zur Jahrestagung online gestellt.

Ihr findet Sie unter Jahrestagung 2018.

Letzter Tag der Jahrestagung

Am letzten Tag feierten wir gemeinsam Gottesdienst und verabschiedeten uns von allen Teilnehmerinnen.

 

Rückblicke und Fotos folgen nach einer kurzen "Verschnaufpause" in den kommenden Wochen unter Jahrestagung 2018.

3. Tag der Jahrestagung

Der dritte Tagungstag:
-Bibelarbeit mit unserer Frauenseelsorgerin Brigitte Glaab
-Neigungsgruppen (unter anderem mit "Landart")
-Feierabend mit Musik und Tanz

2. Tag der Jahrestagung

Der 2. Tag der Jahrestagung liegt hinter uns...
Heute war der Tag gefüllt mit dem morgendlichen Referat von Janne Ellenberger, dem Austausch am Nachmittag im Gehen und der Hauptversammlung am Abend.

Dem Frieden Raum geben - Jahrestagung 2018 gestartet...

Der erste Tag der Jahrestagung mit dem Einstieg ins Thema liegt hinter uns. Am Freitag (19. Oktober) beginnen wir mit nach Frühstück und Morgenandacht mit dem Referat von Janne Ellenberger.


Unser neuer Flyer ist online!

Wir freuen uns über unseren neuen Flyer!

Auf der diesjährigen Bistumssynode in Mainz ist er bereits vorgestellt, an die Pfarreien verteilt worden und ist sowohl bei "Wir über uns" als auch hier zu finden:

 

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baf-Flyer 2018.pdf
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Die neue Ansprechpartnerin für "queere" Fragen

Queere Fragen: Was ist das denn? Was bedeutet das und was soll ich damit?

"Queer“ kommt aus dem Englischen und bezeichnet vor allem Menschen, Dinge oder Handlungen, die von der Norm abweichen. Ursprünglich wurde das Bezeichnete als schlecht angesehen. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Begriff in der Vergangenheit auch als Schimpfwort, vor allem für Schwule, verwendet wurde. Inzwischen hat sich das jedoch geändert und es ist eine Art Sammelbegriff geworden für Menschen, die eine andere Sexualität, ein anderes Geschlecht oder eine andere Geschlechtsidentität besitzen. Anders bedeutet dabei abweichend von der Norm, welche von der Gesellschaft erwartet wird.

 

Zur Klärung für Interessierte vorab:

  • die Sexualität bezieht sich auf die sexuelle Anziehung zu einer anderen Person.
  • die Geschlechtsidentität ist Teil des Selbsterlebens des Menschen. Hierbei geht es vor allem um die empfundene Zugehörigkeit zu einem Geschlecht, welche sich von dem biologischen Geschlecht unterscheiden kann.

 Aber was hat das jetzt mit baf zu tun? Was hat das mit uns direkt zu tun?

 

"Queere" Themen sind immer wieder Zentrum der öffentlichen Diskussion. So gibt es seit dem 1. Oktober 2017 die Ehe für alle. Diese ermöglicht es Paaren desselben Geschlechts eine rechtlich vollwertige und gleichberechtigte Ehe zu führen. Damit ist Deutschland das 24. Land dieser Welt, welches diesen Weg geht.

Weiterhin gibt es inzwischen offiziell ein drittes Geschlecht zur Eintragung bei der Geburt. Wenn Kinder mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren werden, müssen die Eltern in Zukunft nicht mehr für das Kind entscheiden, als was es aufwachsen soll.

Diese rechtlichen Schritte wurden bereits seit Jahrzehnten angebahnt. Ihr Ziel: Gleichberechtigung und Entscheidungsfreiheit für die Einzelnen.

 

Doch trotz dieser gesamtgesellschaftlichen Fortschritte haben die öffentliche Diskussion und Meinungsbildung auch komplexe, manchmal unangenehme Folgen. Denn sie eröffnen neue Themenbereiche, sorgen dafür dass neue Fragen gestellt werden und man sich mit einem Mal mit neuen Begriffen und einer neuen Weltanschauung konfrontiert sieht. Das kann Angst machen. Themen wie Sexualität, Geschlechter und die Geschlechtsidentität sind nicht neu. Schon seit es Überlieferungen gibt, gibt es Hinweise auf diese. Doch häufig waren und sind sie ein Tabuthema, wurden entweder ignoriert oder mit Gewaltandrohung und Brutalität angegangen. Und obwohl wir heutzutage Gesetze haben, welche die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der Sexualität verbieten, so bedeutet das nicht, dass es diese nicht mehr gibt.

 

Diskriminierung passiert weiterhin, im Großen wie im Kleinen. Und die Gefahren sind weitläufiger als man denken mag. So sind eine andere Sexualität und eine andere Geschlechtsidentität weiterhin ein hoher Risikofaktor vor allem für Jugendliche. Laut mehrerer Studien der WHO sind für diese die Suizidrate sowie die Gefahr für Gewalterfahrungen besonders hoch. Die Ablehnung durch die Erziehungsberechtigten sorgt dafür, dass das Suizidrisiko um das achtfache steigt (https://familyproject.sfsu.edu/research), ebenso wie das Risiko, Drogen zu nehmen oder eine psychische Störung zu entwickeln. Schon die Tabuisierung des Themas in Familie und Öffentlichkeit sorgt für eine große Hemmschwelle, sich auszusprechen oder zu öffnen. Falsches Wissen ist zudem weit verbreitet und sorgt dafür, dass Vorurteile wachsen, anstatt zu verschwinden. Dagegen hilft nur die direkte Begegnung im sicheren Rahmen und der Aufbau freier Gesprächs- und Entwicklungsmöglichkeit.

 

Der baf (Bund Alt-Katholischer Frauen Deutschlands) sieht es als seine Aufgabe, diese gesellschaftlichen Probleme ernst- und wahrzunehmen. Uns, einer engagierten christlichen Gruppe, ist es wichtig, niemanden auszugrenzen und das Gebot der Nächstenliebe sowie der Wertschätzung aller Menschen im Sinne des Jesus von Nazareth zu leben. baf wurde gegründet, um Frauen einen gleichberechtigten Stand in der Kirche zu bieten, uns eine Stimme zu geben, die gehört und ernst genommen wird. Aus der Geschichte und aus eigenen Erfahrungen wissen wir, wie es ist, übergangen und als minderwertig angesehen zu werden.

 

Zusammen mit Pfarrvikarin Klara Robbers, die derzeit mit ihrer Frau in Herne lebt, haben wir überlegt, wie wir dies als baf in unserer Kirche oder auch darüber hinaus deutlich machen können. Wie wir Offenheit signalisieren und auch Unterstützung anbieten können.

 

Wir möchten vor allem Frauen und Mädchen einladen, sich mit Fragen, Sorgen und Problemen an unsere Beauftragten zu wenden. Diese verfügen über eigene "queere“ Erfahrungen. Wir wollen gerne einen geschützten Raum zur Verfügung stellen, in dem Ängste, Fragen, Zweifel und Unsicherheiten ihren Platz haben dürfen und verständnisvoll und liebevoll begleitet werden.

 

Gleichzeitig soll es aber auch um Vernetzung von queeren Frauen gehen, darum die Vielfalt unserer Kirche zu erweitern und zu gestalten und unsere Kirche mit den eigenen Erfahrungen, der eigenen Spiritualität und Weltsicht zu bereichern.

 

Wir sind Vikarin Klara Robbers sehr dankbar, dass Sie sich bereit erklärt hat, in diesem Zusammenhang Verantwortung zu übernehmen und als Ansprechpartnerin für Fragende und Suchende da zu sein.

Ihre Mailadresse lautet: klara.robbers@alt-katholisch.de

Auch telefonisch ist sie zu erreichen: 0177 3719575

 

 

Lydia Ruisch und Esther Klein

 

 

Wir haben weitere Infos auf unserer Website unter "Kontakt" eingestellt.

 

 

 

Im Sinne der Klarheit werden im folgenden Absatz ein paar Begrifflichkeiten kurz beschrieben:

  • ŸLSBTTIQ, oder auch unter LGBTQA+ bekannt, ist eine weltweite Organisation, welche Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle, Asexuelle, ... unterstützt.
  • ŸHomosexualität bedeutet, dass man sich einer Person des eigenen Geschlechts hingezogen fühlt. Außerhalb von Homo- und Heterosexualität gibt es jedoch noch weitere Möglichkeiten.
  • ŸTranssexualität/Transgender bedeutet, dass man sich einem anderen Geschlecht zugehörig fühlt als das, welches man biologisch bei der Geburt erhalten hat. Darunter fallen auch Begriffe wie „gender fluid“, „nonbinary“, ... welche eine weitere Spezifizierung bedeuten.

 


Bei Gott aber ist es anders

Die Gleichnisse Jesu - Vergleichen statt Gleichsetzen

 

Ein beeindruckendes Aha-Erlebnis hatten viele Frauen auf der letztjährigen Jahrestagung des Bundes alt-katholischer Frauen, kurz baf, als die Theologin Dr. Ulrike Metternich den Teilnehmerinnen ein bekanntes Gleichnis auf ungewohnte Art auslegte. Sie wandte eine sozialgeschichtliche Methode der Auslegung an, die die Theologieprofessorin Luise Schottroff lehrte und in ihrem Buch "Die Gleichnisse Jesu" beschrieb. Maßgeblich für das Verständnis der Texte ist hier der gesellschaftliche Kontext, das Umfeld also, in dem die Geschichte spielt und erzählt wird. In den Gleichniserzählungen drücken sich in verdichteter Form die Alltagserfahrungen der "kleinen Leute" aus, die geprägt waren von harten Lebensbedingungen, von Schulden, Hunger, Gewalt oder Willkür der Herrschenden. Diese Strukturen der Gesellschaft gilt es in den Blick zu nehmen, wenn man die Gleichnisse betrachtet. Auch die Inhalte der Textabschnitte vorher und nachher liefern wertvolle Hinweise darauf, was über Gott und das Wirken Gottes ausgesagt werden soll.

 

Üblicherweise bedient man sich der bildhaften Auslegung und setzt das Geschehen oder das beispielhafte Handeln von Menschen in der Erzählung mit dem Handeln und Wirken Gottes gleich. Im Unterschied zu dieser allegorischen Auslegung entdeckte Schottroff in vielen Gleichnissen eine Antithese zur Gottesgeschichte. Statt Gleichsetzen im Sinne von ‚es ist genauso wie" wird ein Vergleich angestellt: "bei den Menschen ist es so und bei Gott ist es anders". Dies konnten die Zuhörerinnen in dem von Metternich vorgestellten ‚Gleichnis vom anvertrauten Geld‘ gut nachvollziehen.

 

Ist der "Gescholtene" in Wahrheit der Mutige?

Das Lukasevangelium erzählt in Kapitel 19 in den Versen 11 bis 27 von einem Mann, der in die Ferne reiste, um für sich die Königswürde zu erlangen. Die damaligen Hörerinnen und Hörer dürften die Parallele zum Herodes-Sohn Archelaos erkannt haben. Laut Bericht des römischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus reiste dieser nach Rom, um sich vom Kaiser als König bestätigen zu lassen, während eine Gesandtschaft "von Judäern" das verhindern wollte, weil er ein rücksichtsloser und grausamer Herrscher war. Davon erzählt auch Lukas in Vers 14: "Seine Bürger jedoch hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann über uns König wird." Und später heißt es: "Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde - bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!" Der Geschichtsschreiber bestätigt, dass Archelaos diejenigen töten ließ, die sich seiner Einsetzung zum König widersetzt hatten.

 

Wir können davon ausgehen, dass es in diesem Gleichnis um "Cash" geht. Also mit "Mine", "Talent" oder welche Bezeichnung auch immer in der Übersetzung gewählt wird ist Geld gemeint. Während seiner Abwesenheit brauchte Archelaos Menschen, die seine Reichtümer verwalteten bzw. vermehrten. Das jüdische Volk litt zu dieser Zeit unter einer riesigen Abgabenlast, die die römische Macht über die von ihr eingesetzten Herrscher und über ein Netz von Sklaven, Pacht- und Zolleinnehmern eintrieb. Je besser die Geldeintreiber ihre Arbeit machten, desto schlechter ging es dem Volk.

 

Auf diesem Hintergrund bekommt das Handeln des dritten Sklaven oder Dieners eine ganz andere Bedeutung. Die ersten beiden beweisen, dass sie dem Regime gut dienen können, indem sie hohe Gewinne erwirtschaften. Der Dritte aber widersetzt sich mutig dem Anspruch des Herrschers, indem er sich weigert, dessen Reichtum auf ungerechte Weise vermehren zu helfen.

 

Laut Luise Schottroff will diese Erzählung "ökonomische und politische Strukturen eines ausbeuterischen Königtums beschreiben." Ulrike Metternich meint, Jesus wollte möglicherweise damit sagen, "dass es an der Zeit ist, im Namen Gottes für Mitmenschlichkeit einzutreten und die eigene Lebenskraft nicht in den Dienst ungerechter Herrschaftssysteme zu stellen. Ja, das braucht Mut. Aber wer von Gottes Kraft erfüllt ist, hat Mut. Mut genug. Das Gleichnis von den 'anvertrauten Pfunden' lädt zum Nachdenken ein. Wie funktioniert die Welt heute? Gilt noch immer, wie es im Gleichnis kritisch lautet: 'Denen, die haben, wird gegeben werden, aber denen, die nicht haben, denen wird genommen werden'? … Was würde heute Menschen passieren, die sich nicht in die vorgegebenen Strukturen einfügen?"

 

Hoffnung auf Befreiung

Bei Lukas steht vor dem Gleichnis vom anvertrauten Geld die Erzählung vom Zöllner Zachäus, der nach der Begegnung mit Jesus aus dem ungerechten System aussteigt. Im Anschluss daran berichtet er vom Einzug Jesu in Jerusalem, wo ihm das Volk zujubelt wie einem König. Jesus aber erweist sich als König, der ganz anders ist als der von Rom eingesetzte. Ein König ohne Sklaven und Reichtümer. Einer, der kommt im Namen Gottes.

 

Indem Lukas dieses Gleichnis so platziert, zeigt er einen Jesus, der sich deutlich distanziert vom System der römischen Machthaber, die mit Hilfe ihrer Vasallen und deren Getreuen das Land und die Menschen mit ihrer Gewaltherrschaft auspressen.

 

Durch das Lukas-Evangelium zieht sich ein roter Faden der Hoffnung auf Befreiung von ungerechten und unterdrückerischen Strukturen. Dies kommt schon im -"Magnifikat" zum Ausdruck, in dem die Umkehrung der sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse erwartet und besungen wird. In diesem Lied der Maria, das aus Elementen des Ersten Testaments komponiert ist, wird gesungen, was nicht gefahrlos in der Öffentlichkeit gesagt werden kann. Ebenso ist im genannten Gleichnis eine herrschaftskritische Botschaft geschickt versteckt. Die damaligen Hörerinnen und Hörer, die die Verhältnisse kannten, werden sie verstanden haben.

 

Bei Gott aber ist es anders

Die uns bekannte allegorische Gleichnisauslegung besagt, dass Gott so ist wie der beschriebene Herrscher. Oft wird das Gut, das den Dienern oder Sklaven anvertraut wird, gedeutet als von Gott gegebene "Talente", die wir sinnvoll einsetzen sollen.

 

Wie ordnen wir aber bei dieser Deutung die Tatsache ein, dass der mit Gott gleichgesetzte Herrscher alle umbringen ließ, die ihn nicht als König haben wollten? Wie bewerten wir, dass der dritte Sklave dem Herrn vorwirft, auf unrechte Weise an seinen Besitz gekommen zu sein, was dieser nicht zurückweist und somit bestätigt?

 

Sollte Lukas tatsächlich Gott mit einem solchen Herrscher gleichsetzen wollen?

 

Lukas gilt als der Evangelist der Armen und Entrechteten. Viele seiner Texte drücken die Hoffnung der Menschen auf einen gerechten Gott aus. Dazu passt meiner Meinung nach die sozialgeschichtliche Deutung des Gleichnisses sehr gut, die nicht gleichsetzt sondern vergleicht: Bei den Machthabern dieser Welt ist es so, bei Gott aber ist es anders.

 

Brigitte Glaab

 

Asche oder Flamme

Im Winter verbreitet in unserem alten Haus ein Kachelofen behagliche Wärme. Er kann das aber nur auf Dauer tun, wenn rechtzeitig Holz nachgelegt wird. Am besten gelingt es, die neuen Scheite zum Brennen zu bringen, wenn noch eine Flamme züngelt, zumindest aber braucht es genügend Glut. Aus der Asche lässt sich kein Feuer entfachen.

"Tradition heißt nicht, die Asche aufheben, sondern die Flamme weiterreichen".

Als Urheberin dieses Spruchs wird meistens Ricarda Huch genannt, eine deutsche Dichterin und Philosophin, die von 1864-1947 lebte.

 

Tradition heißt also, etwas Ansteckendes und Berührendes weitergeben anstatt etwas zu pflegen, das seine Wirkung verloren hat, weil das Leben in ihm erloschen ist.

Interessanterweise habe ich den zitierten Satz kaum im Zusammenhang mit kirchlichen Themen gefunden, obwohl doch Tradition in den Kirchen eine große Rolle spielt.

 

Urs Küry, der 1976 verstorbene frühere Professor an der Uni Bern und Bischof der christkatholischen Kirche der Schweiz, beschreibt in seinem Werk "Die altkatholische Kirche" zwei Funktionen der Tradition im Sinne von kirchlicher Überlieferung. Sie muss laut Küry die in der Bibel bezeugte Offenbarung bewahren und gleichzeitig durch die Verkündigung Wort und Wirken Jesu Christi so vergegenwärtigen, dass die Gläubigen begreifen, dass Gott auch in der heutigen Zeit am Werk ist. Ich frage mich nun, wie wir das, was überliefert ist, so in die Gegenwart hereinholen können, dass es für Menschen von heute verständlich und begreifbar ist und sie darin das Wirken Gottes wahrnehmen können.

 

Die "in der Bibel bezeugte Offenbarung", alles, was über das Wirken Gottes in der Geschichte der Menschen und über das Leben und Handeln Jesu aufgeschrieben wurde, ist in Worte gefasste Glaubenserfahrung. Es ist das Produkt des Bemühens von Menschen, in den Bildern und Denkstrukturen ihrer jeweiligen Zeit zu beschreiben wie sie Gott in ihrem Leben erfahren haben. Manche Formulierungen sind allerdings nur auf dem Hintergrund des damaligen Welt- und Menschenbildes zu verstehen. Deswegen brauchen wir meiner Meinung nach für das Vergegenwärtigen auch neue Bilder und Umschreibungen.

 

In einem Artikel mit dem Titel "Sprechen Sie kirchisch?" beklagt Gerhard Dane, die Worte der Verkündigung seien zur Sondersprache geworden, die nur noch einem Insiderkreis verständlich sei, für viele Menschen seien sie sogar missverständlich. Er meint, es brauche Menschen, die wie Luther "dem Volk aufs Maul schauen" und die überlieferten Glaubensinhalte, "die ewige Wahrheit" in neue Worte fassen ohne in ein "modisches Geschwafel" abzugleiten.

 

Es geht nicht darum, alles auszublenden, was uns nicht unmittelbar zugänglich ist. Wir müssen behutsam danach suchen, welche Glaubenserfahrung sich in den überlieferten Worten niedergeschlagen hat. Diese Erfahrung gilt es zu bewahren. Wir dürfen sie jedoch heute in anderen Bildern beschreiben und in neue Worte kleiden. Wir geben etwas weiter, was Menschen früherer Zeiten für uns Zukünftige bewahren wollten. Schon die Verfasser der biblischen Schriften haben um die richtige Deutung gerungen und manches unterschiedlich interpretiert. Die einen meinten, das Evangelium sei nur für die Judenchristen da, und die anderen waren sich sicher, dass es auch den sogenannten Heiden verkündigt werden solle. Paulus nannte selbstverständlich Frauen als seine Mitarbeiterinnen in der Verkündigung, während - vermutlich durch eine spätere Einfügung seiner Schüler- im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth den Frauen das Reden in der Versammlung der Gemeinde verboten wurde. Selbst der Zeitpunkt, ab dem man Jesus als Sohn Gottes bezeichnete, unterscheidet sich in den vier Evangelien und den Paulusbriefen maßgeblich.

 

"Tradition heißt, in der Dynamik des Evangeliums heute Neues schaffen“ so der französische Theologe Joseph Moingt. Und alle Getauften sollen an diesem dynamischen Prozess beteiligt sein. Für mich geht es dabei nicht nur darum, die Glaubenserfahrungen früherer Menschen zu überliefern und sie für heute verständlich zu formulieren, sondern auch unsere eigenen Erfahrungen mit der göttlichen Wirklichkeit zum Ausdruck zu bringen.

 

Wie schon im frühen Christentum werden auch heute verschiedene Auffassungen und widersprüchliche Überzeugungen zu Tage treten. Deshalb müssen wir uns stets um einen Konsens im Fundamentalen bemühen, in dem, was wirklich grundlegend ist an der Botschaft Jesu vom Gottesreich. Es ist gut, sich bewusst zu machen, wo es bei strittigen Punkten eigentlich um Nebensächliches geht. Richard Rohr empfiehlt bei der Suche nach dem Wesentlichen den "Anfängergeist", der uns wie Kinder neugierig an eine Sache herangehen lässt. Das sei der beste Weg, "das verheißungsvoll Neue und Anziehende des Evangeliums zu entdecken". Mit diesem Anfängergeist können wir im Überlieferten den inneren Funken entdecken und nähren, damit wir auch heute eine zündende Botschaft zu verkünden haben.

 

Brigitte Glaab

 

Schön sind deine Namen

Mein erster Gedanke zum Thema Schönheit Gottes war der Refrain eines Liedes: "Du bist wie du bist, schön sind deine Namen…“. Das Wort Schönheit ist meines Erachtens sehr belastet von dem, was in unserer Gesellschaft, im Film oder in der Werbung unter Schönheit verstanden wird. Da geht es fast immer um Äußerlichkeiten und es werden Normen vorgegeben, wann ein Mensch als schön anzusehen ist.

 

Wenn wir von der Schönheit Gottes sprechen, sollte es um andere, um innere, um tiefere Werte gehen. Und genau die entdecke ich in dem von Friedrich Karl Barth verfassten und von Peter Janssens vertonten Text. Fern jeder dogmatischen Fixierung Gottes auf bestimmte Bilder, Hoheitstitel oder Namen beschreibt dieses Lied eine sehnsuchtsvolle Bewegung vom Wir zum Du. "Wir strecken uns nach dir, in dir wohnt die Lebendigkeit“. Genau besehen nennt Barth keine Namen Gottes.

 

Das tut er in guter biblischer Tradition. Auch Mose erfährt am brennenden Dornbusch keinen Namen, mit dem Gott sich selbst bezeichnet, sondern eine Beschreibung dessen, wie Gott ist: JHWH - Ich bin für euch da. So wählt auch der Autor des Liedtextes Bezeichnungen, die aussagen, wie Menschen Gott erfahren: als lebendig, barmherzig, wahrhaftig, gerecht, beständig, vollkommen.

 

Jeder Name, jede Anrufung Gottes, mit denen wir auch Menschen meinen könnten, wie zum Beispiel Vater oder Mutter, Herr, König oder Herrscher kann für manche oder gar viele Menschen mit einer negativen Erfahrung verbunden sein. Und damit wird ihnen möglicherweise der Zugang zu Gott erschwert. Bei den oben genannten Attributen sehe ich diese Gefahr nicht. Wenn wir Gott so erfahren und wenn wir hoffen, dass Gott uns so begegnet, dann können wir Antwort geben mit einer inneren Haltung oder Bewegung auf das Du Gottes hin: uns ausstrecken, trauen, öffnen, freuen, halten, sehnen.

 

Wenn alle, die diese Zeilen lesen, mitteilen würden, mit welchen Eigenschaftswörtern sie Gott beschreiben würden und wie sich ihre Bewegung auf Gott hin ausdrücken ließe, dann könnten wir dem Lied sicher noch einige Strophen hinzufügen.

 

"Du bist wie du bist“ – das öffnet einen weiten Raum für vielfältige Annäherungen an dieses unverfügbare Du, das wir Gott nennen. In der Vielfalt der unterschiedlichen Umschreibungen, Bilder und Namen zeigt sich die Schönheit Gottes. "Schön sind deine Namen. Halleluja – Amen“.

 

Brigitte Glaab

 


Der Geist, die Geistkraft und die Ruach Gottes

 

Ruach, du Atem Gottes,

 

durchströme mich mit deiner Kraft,

 

umwehe mich wie ein sanfter Wind,

 

erfülle mich mit deinem Licht.

 

Ruach, du Atem Gottes,

 

störe mich,

 

wecke mich auf,

 

ermutige mich,

 

leite und begleite mich.

 

 

(Brigitte Glaab)

 

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Der Geist, die Geistkraft und die Ruach Gottes
Ein Beitrag zum Pfingsfest verfasst von Frauenseelsorgerin Brigitte Glaab
Der Geist, die Geistkraft und die Ruach
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Wir sind dabei! Herzliche Einladung!
Wir sind dabei! Herzliche Einladung!

Frohe Ostern!

Wir alle wünschen Dir und Ihnen frohe und gesegnete Ostertage,die Kraft und Freude der Auferstehung!

 

Der baf-Vorstand

 

 

 

Aufstand für das Leben

Die Auferstehung feministisch gedeutet

 

"Und die Frauen gingen hinaus und flohen von dem Grab, denn sie waren außer sich vor Zittern und Ekstase. Und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich.“ (Mk,16,8) So lese ich in der Bibel in gerechter Sprache von der Wirkung dessen, was die Frauen am leeren Grab erleben. Eine Lichtgestalt sagt ihnen, Jesus lebe und gehe ihnen voraus nach Galiläa. Ein Wechselbad der Gefühle, wie man es sich heftiger kaum vorstellen kann. Von der tiefen Trauer über den Tod des geliebten Menschen, der so viel Hoffnung gegeben hatte, zu einem Fühlen im Herzen, dass er lebt, man weiß nicht so recht wie, aber das Wie ist auch gar nicht wichtig.

 

In den sogenannten synoptischen Evangelien, bei Matthäus, Markus und Lukas, wird von den Frauen berichtet, die sowohl die Kreuzigung als auch die Grablegung beobachtet haben. Sie machen am Ostermorgen eine

 

Erfahrung, die sie vor lauter innerem Aufruhr oder Berührt-Sein zunächst einmal verstummen lässt und die ihnen laut Lukasevangelium nicht geglaubt wird. In allen Evangelien sind Frauen die ersten Oster-Botinnen, Botinnen vom Sieg des Lebens über den Tod und der Freude über die Trauer. Dabei nimmt Maria von Magdala im Johannesevangelium eine ganz besondere Stellung ein. Sie wird später von Augustinus die "Apostelin der Apostel“ genannt.

 

Am Anfang gab es nur Erfahrungsberichte. Menschen schilderten mit Bildern und mit den Worten, die sie dafür finden konnten, von ihren eigenen Empfindungen. Da kommt etwas innerlich in Bewegung, impulsive Freude und große Ergriffenheit erfüllen sie. Und da hinein kommt kurz vor der zitierten Markusstelle der Auftrag, es den anderen zu sagen: "Er geht euch voraus nach Galiläa“. Zurück an den Ort des Anfangs, zurück auch in ihren Alltag. Der Totgeglaubte ist auf eine wunderbare Weise höchst lebendig und weist ihnen den Weg zurück ins Leben, von der Trauer zur Freude und vom Gebeugt-Sein zum Aufrichten. Auferstehen ereignet sich mitten im Alltag. Feministische Theologinnen legen großen Wert darauf, dass die Auferstehungshoffnung sich nicht nur auf das beschränkt, was mit uns nach unseren Tod geschieht. Sie weisen auf die zahlreichen Heilungsgeschichten hin, in denen Menschen wieder aufstehen können, weil sie Heilung an Leib und Seele erfahren. Ulrike Metternich bemerkt: "Wer, wie sie, von der Kraft der Auferstehung schon in diesem Leben etwas gespürt hat, der weiß, ahnt, dass diese göttliche Kraft auch nach dem Tod wirksam bleibt.“

 

Für "Aufstehen“ und "Auf-er-stehen“ hat das griechische Neue Testament nur ein Wort. Mit einem "Alltagswort“ also wird uns von der Auferstehung Jesu berichtet. Die Botschaft ist: "Aufstehgeschichten sind Auferstehungsgeschichten“ und insofern gilt auch für uns Heutige, dass wir Erfahrungen der Auferstehung im Hier und Jetzt machen können, in unserem Galiläa.

 

Die traditionelle Auferstehungstheologie wird kritisch betrachtet, weil sie allzu oft dazu gedient hat, gerade die leidenden Menschen auf das Jenseits zu vertrösten. "Demgegenüber betonen feministische Theologinnen Auferstehung als nicht einfach zukünftige, sondern als gegenwärtige Erfahrung: als Auferstehung vor dem Tod“, so Doris Strahm. Es geht weniger um Glauben als Annahme und für wahr halten eines Glaubenssatzes. Entscheidend ist es, diese Erfahrung zuzulassen, sich ergreifen zu lassen, zu spüren wie die Lebendigkeit des Auferweckten auch mich in Inneren ergreift und lebendig werden lässt.

 

Gleichzeitig wird betont: Wir können Auferstehung nur dann glaubhaft verkünden, wenn wir bereit sind, uns heute am "Aufstand für das Leben“ zu beteiligen. Die Botschaft vom Leben gibt uns die Kraft und den Mut, uns für die Menschen einzusetzen, die in unserer Welt keine Chance haben, aufzustehen. Gerade Frauen betrifft das immer noch in großer Zahl. Mit ihnen können wir die schweren Lebenswege und die Trauerwege gehen, sie sollen wir an Orte begleiten, an denen sie spüren, dass Leben neu möglich ist.

 

Wir brauchen weniger Bekenntnisformeln und theologische Erklärungen und mehr tiefes Berührt-Sein von der Ahnung der Frauen am Ostermorgen. Ich fühle mich getragen von der Hoffnung, dass mein Leben nicht mit dem Tod endet, dass es ein wie auch immer geartetes anderes Leben gibt. Gleichzeitig bin ich bestärkt durch Auferstehungserfahrungen im Hier und Jetzt: Wo es weiterging, obwohl alles ausweglos schien. Wo der Stein schon weggewälzt war, über den ich mir so große Sorgen gemacht hatte. Wo ich miterleben darf, dass Menschen neue Hoffnung schöpfen und Kraft aus der tiefen Gewissheit, dass Jesus mitgeht wie bei den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Wo Menschen sich dafür einsetzen, dass anderen ein "Leben vor dem Tod“ ermöglicht wird. Wo ich berührt bin, wenn ich mich wie Maria aus Magdala beim Namen gerufen fühle und mir blitzartig "einfällt“, das ist Jesus! Wenn wir genau hinschauen, dann können wir an jedem Tag etwas entdecken, das uns Grund gibt, heute ein Fest der Auferstehung zu feiern.

 

Brigitte Glaab, Frauenseelsorgerin

 


Aufstehen und leben - Einladung zum baf Frauensonntag (29.04.18)

Aufstehen und leben – wer möchte das nicht? Das ist ja auch zunächst einmal der Normalfall. Wie selbstverständlich stehen wir jeden Morgen auf und gestalten unser Leben. Erst wenn wir etwa durch eine Krankheit ans Bett gefesselt werden, merken wir wie kostbar es ist, aufstehen und leben zu können.

 

Im Lukasevangelium lesen wir die Geschichte von der sogenannten „gekrümmten Frau“. Sie bleibt namenlos, wird ausschließlich durch ihre Krankheit definiert. Jesus aber sieht sie, spricht sie an und richtet sie auf. Wer hat nicht schon einmal am eigenen Leib erfahren, wie wunderbar es ist, sich nach einem Genesungsprozess wieder kraftvoll aufrichten zu können?

 

Mit der namenlosen Frau können wir uns identifizieren. Sie steht für Frauen und Männer, die sich gebeugt fühlen durch unterdrückende Strukturen, durch Krankheit oder auch dadurch, dass sie sich ausgeschlossen fühlen. Wie können solche Menschen wieder ins Leben kommen? Was hilft ihnen, sich aufzurichten? Jesus ist Meister darin, Menschen aufzurichten und ihnen Ansehen und Würde zu geben. Er schafft den Raum, in dem Menschen aufstehen können, ja in gewisser Weise auch auferstehen.

 

Diese Auferstehungserfahrung wollen wir mit Ihnen gemeinsam feiern und laden Sie herzlich dazu ein!

 

Unsere Vorlage, die wir Ende Februar an die Frauengruppen, Einzelmitgliedsfrauen und Pfarrerinnen und Pfarrer verschickt haben, bietet dazu Anregungen.

 

Wir freuen uns, wenn Frauen in den Gemeinden Verantwortung für den Gottesdienst übernehmen und sich so mit ihrer Präsenz, ihren Begabungen, ihrer Sprache und Sichtweise einbringen. Der Frauensonntag bietet die Gelegenheit, Themen aus der Sicht von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und ganzheitliche Impulse im Gemeindegottesdienst zu setzen.

 

Unser besonderes Anliegen ist der achtsame Gebrauch der Sprache. Wichtig dabei ist uns, dass die Gemeinschaft von Männern, Frauen und Kindern sowie Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen durch den Gebrauch einer sensiblen, inklusiven Sprache angemessenen Ausdruck findet. Darum haben wir uns in unserer Vorlage bemüht, in Liedern, Gebeten, Texten und Übertragungen auf eine einseitige Festlegung Gottes auf männliche Bilder zu vermeiden.

 

Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.

 

Wir freuen uns, wenn Sie uns ihre Erfahrungen zum Frauensonntagsgottesdienst rückmelden wollen.

 

Wir wünschen Ihnen und uns allen einen erfahrungsreichen, lebendigen Gottesdienst am 29. April 2018.

 

Brigitte Glaab und Lydia Ruisch

 


Weltgebetstag 2018

Am morgigen Freitag (2. März) wird der Weltgebetstag gefeiert und Frauen aus unseren Gemeinden beteiligen sich! 

 

Ganz neu wurd eine Social-Media-Wall rund um den Weltgebetstag eingerichtet. Schaut doch mal rein: https://walls.io/weltgebetstag

 

Mehr erfahrt Ihr auch hier.

 


baf-Vorstandsarbeit

Der baf-Vorstand hat sich in seiner neuen Zusammensetzung vom 15.02.-18.02.18 in Ritschweier zur ersten Sitzung im neuen Jahr getroffen.

Mit von der Partie war auch die neue Frauenseelsorgerin, Brigitte Glaab, die den ersten Tag als "Oasentag“ zur Stärkung und Unterstützung der Vorstandsfrauen gestaltet hat. Bei all den Tops, die dann folgten - von Frauensonntag über Flyer und Frauenseelsorgerin, Öffentlichkeitsarbeit und Synode, Termine und Mitgliederverwaltung, Satzung und Finanzen, WGT, Christinnenrat und ÖFCFE bis zur Planung der nächsten Jahrestagung - konnten die ehrenamtlich engagierten Vorstandsfrauen das sicherlich gut gebrauchen und genießen. Es wird darüber sicher noch weiter berichtet - auch wo und wie Brigitte Glaab ihre Arbeit in Zukunft weiter gestalten wird.

 


Weihnachtsgrüße

Frohe Weihnachten, liebe Freundinnen und Freunde und all ihrschönen Schwestern!

 

Die Geschichte, wie Gott durch ein kleines Kind auf die Erde kommt, berührt mich immer wieder sehr. Hilflos, nackt – als von Fürsorge und Liebe anderer abhängiger Säugling. Nicht als König oder Herrscher, der befiehlt, sondern als bedürftiges Kind. Angewiesen darauf, dass Menschen sich ganz in seinen Dienst stellen, es wahrnehmen und ihm geben, was es braucht. Ihm Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken. Nur so kann es zu einem Menschen heranwachsen, der gut für sich und andere sorgen kann.

 

"Das Kind in dir muss Heimat finden." So heißt nicht etwa ein Weihnachtsbuch, sondern ein Werk, das seit Monaten auf den vorderen Plätzen der Sachbuch-Bestsellerliste steht.

 

Dass wir selber noch dieses Kind in uns tragen, nein, eigentlich sogar das Kind sind, das wir einmal waren und das nicht immer einen guten, sicheren Platz gefunden hat, wird darin wunderbar beschrieben. Dieses Bild finde ich sehr hilfreich.

 

Wenn ich an Weihnachten in die Krippe schaue, erblicke ich manchmal genau das Kind, das ich einmal war und das, wenn ich ganz still werde, zu mir spricht und sagt:

Sieh her: ich bin traurig und ängstlich. Ich war manchmal so allein und es war so schwer und dunkel. Für mich war oft kein Platz in der Herberge, nicht genug Raum für all meine Gefühle und das, was ich gebraucht hätte.

Sieh mich, hör meine Trauer, spüre meine Angst. Tu nichts, sondern sei einfach da.

Sei da und tröste mich, wie du ein trauriges oder ängstliches Kind in die Arme nehmen und es halten würdest.

 

Dieses Kind lebt wohl in jedem von uns und möchte in seiner Schönheit und Lebendigkeit ebenso gesehen werden wie in seinen Bedürfnissen. Wie sehr rührt es uns an, wenn wir ein Kind trösten und nähren können, wenn es uns dann ruhig und zufrieden anschaut, friedlich einschläft oder voller Freude erleichtert aufjauchzt.

 

Als Kind habe ich für jede gute Tat in der Adventszeit einen Strohhalm in die Krippe legen dürfen, um das Bett für das Jesuskind weich und warm zu machen. Wie froh und stolz war ich, wenn es an Weihnachten auf einem weichen, dicken Lager gebettet war!

 

 

Liebe Freundinnen, schöne Schwestern und liebe Freunde,

das wünsche ich uns:

Dass wir in dieser dichten Beziehung zu anderen und zu uns selbst die Schönheit des Menschseins erleben dürfen. Dass wir lernen dürfen, uns selbst liebevoll zu begegnen und zuzuhören, genauso wie den Menschen, die mit uns unterwegs sind.

Lasst uns einander solche Geschenke machen!

 

Dankbar erinnere ich mich an unser gemeinsames Unterwegssein im baf, wo wir uns in verschiedenen Zusammenhängen begegnet sind und miteinander in Beziehung sind.

Es ist ein großer Reichtum, den wir miteinander erleben dürfen!

Wir freuen uns über unsere neue Frauenseelsorgerin Brigitte Glaab, über ein intensives baf-Wochenende, über eine inspirierende Jahrestagung und viele kleine und große Begegnungen. Über tätige Mithilfe, über alle Spenden und alle Beiträge, die zeigen, dass wir gemeinsam Schritt für Schritt unterwegs sind auf dem Weg der Gerechtigkeit und des Friedens für alle Menschen.

 

Wir wünschen Ihnen und Euch allen eine gesegnete Weihnachtszeit: das warme Licht der Weihnacht und der Segen des kleinen Kindes möge alles liebevoll bescheinen und unser Herz warm, weich und lebendig werden lassen in uns.

Möge die Zuversicht und die Hoffnung stetig wachsen, dass wir miteinander auf einem guten Weg sind und alle Herausforderung gemeinsam bestehen können.

 

Mit dem "Segen des göttlichen Kindes" grüßen wir als baf-Vorstand Sie und Euch sehr herzlich und wünschen alles Gute und ein freud- und friedvolles 2018!

 

Lydia Ruisch

 


Berichte und Fotos zur Jahrestagung 2017 sind online

Der Bericht über die Einführung von Brgitte Glaab zur Frauenseelsorgerin, die Bildergalerie und der Bericht zur baf-Jahrestagung sind 2017 online. Sie finden Sie hier.

 


"Stifte machen Mädchen stark" - Aktion des Weltgebetstags

Stifte machen Mädchen stark!
Von Helsinki bis ins Allgäu beteiligen sich bereits Menschen an der großen Sammel-
Aktion des Weltgebetstags zugunsten syrischer Flüchtlingsmädchen.
Stifte recyceln und zugleich 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglichen: Darum geht es bei der großen
"Stifte machen Mädchen stark“-Aktion des Weltgebetstags. Seit Sommer 2017 haben sich bereits mehr als 230 Sammelstellen in ganz Deutschland gegründet. Kirchengemeinden, Kindergärten, Firmen und Familien – alle machen mit. Denn: Zum Stark-werden braucht es Bildung!
Seit Kriegsbeginn in Syrien sind über eine Million Menschen ins Nachbarland Libanon geflohen.
Unter ihnen sind 400.000 Kinder im Alter zwischen fünf und siebzehn Jahren. Zwei Drittel von
ihnen haben seit Jahren kein Klassenzimmer mehr von innen gesehen. Die Mitarbeiter*innen von
"Beit el-Nour“ (dt.: "Haus des Lichts und der Hoffnung“) engagieren sich in dieser scheinbar
aussichtslosen Lage. Der Partnerorganisation des Deutschen Weltgebetstagskomitees war
schnell klar, dass den Familien mit Nahrung, Kleidern und Medizin allein nicht geholfen ist.
Lernen und Therapie geben 200 Mädchen wieder Hoffnung
Innerhalb kürzester Zeit stellte das Team von "Beit el-Nour“ ein Bildungs-Programm auf die
Beine. Rund 200 Mädchen können dank dieser Arbeit zur Schule gehen und in ruhiger
Umgebung lernen. Für ein paar Stunden am Tag können die Kinder so Elend und
Perspektivlosigkeit im Flüchtlingslager hinter sich lassen. Krieg, Terror und Flucht haben die
meisten der Mädchen schwer traumatisiert. Bei "Beit el-Nour“ erhalten sie sozial-pädagogische
und therapeutische Begleitung.
Das Deutsche Weltgebetstagskomitee arbeitet bereits seit 2003 mit "Beit el-Nour“ zusammen und unterstützt deren wichtige Arbeit nun mit der Aktion "Stifte machen Mädchen stark“. Dafür werden deutschlandweit gebrauchte Schreibgeräte gesammelt. Normalerweise landen diese im Restmüll und werden nicht umweltgerecht entsorgt.

Erste Erfolgsmeldungen
Die Recyling-Firma Terracyle hat sich auf schwer recycelbaren Abfall spezialisiert und überweist
dem Weltgebetstag pro Stift einen Cent als Spende. Für 450 Stifte kann so zum Beispiel ein
Mädchen mit Schulmaterial ausgestattet werden.
Viele Menschen in ganz Deutschland machen bereits mit. 230 Sammelstellen haben sich schon
registriert. Bei der Recycling-Firma gingen zu Gunsten des Weltgebetstags bereits 75 kg Stifte
ein. Weitere Großlieferungen sind angekündigt.


Gemeinsam mehr erreichen
Wer mehr erfahren möchte oder sich mit anderen Gemeinden, Schulen, Kindergärten, Firmen,
Vereinen und Co. aus der Umgebung zusammentun möchte, meldet sich am besten direkt beim
Deutschen Weltgebetstagskomitee:
Astrid Donata Meier, Aktionen und Kampagnen
Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.
Deutenbacher Str. 1, 90547 Stein
Telefon: 0911- 68 06-309
E-Mail: stifte@weltgebetstag.de


Letzter Tag der Jahrestagung 2017

Nun ist die Jahrestagung schon wieder zu Ende und alle Teilnehmerinnen sind hoffentlich wohlbehalten nach Hause zurück gekehrt.

 

Es gibt noch einen Wechsel im Vorstand, der am Abend des dritten Tages den versammelten Frauen mitgeteilt wurde: Conny Eberhardt-Wickert muss aus beruflichen Gründen ihre Arbeit im Vorstand niederlegen. Heike Peschke aus Frankfurt rückt als gewähltes Ersatzmitglied in den Vorstand nach.

 

Am Sonntagmorgen feierten wir gemeinsam mit unserer Frauenseelsorgerin Brigitte Glaab einen bewegenden Gottesdienst.

 

Nun freuen wir auf die Jahrestagung 2018 vom 18. bis 21. Oktober in Schmerlenbach!

Dritter Tag der Jahrestagung 2017

Mit dem täglichen Morgengebet sind wir gestartet, um uns dann mit den von Lydia und Sabine vorbereiteten Impulsen nochmal ganz anders mit dem Thema "Aufstehen und leben" auseinanderzusetzten.
Am Nachmittag folgten die Neigungsgruppen und am Abend der Feierabend mit Quatschen, Singen, Tanzen, Lachen...

Zweiter Tag der Jahrestagung 2017

Thematisch haben wir den ganzen Tag mit der Theologin Ulrike Metternich gearbeitet und viele, neue Erkenntnisse gewonnen...
Am Abend wurde dann Brgitte Glaab als erste Frauenseelsorgerin offiziell begrüßt und mit vielen guten Wünschen begleitet. Von einer Teilnehmerin bekam sie die unten im Foto zu sehende Figur einer Hirtin geschenkt. Ein schönes Symbol!

Erster Tag der Jahrestagung 2017

"Aufstehen und leben" - unter diesem Motto sind Frauen aus den unterschiedlichsten Gemeinden unserers Bistums zusammen gekommen: Von Rosenheim bis Wilhelmshaven - von Aachen bis Berlin.

Eine bunte Mischung von jung und alt trifft sich auch dieses Jahr wieder im schönen Tagunshaus in Schmerlenbach (bei Aschaffenburg) und setzt sich mit dem oben genannten Thema auseinander. Hier ein paar wenige Eindrücke vom ersten Abend, der mit dem willkommen heißen aller Teilnehmerinnen, einer Einführung ins Thema und ein paar liebgewonnenen Ritualen begann.


Brigitte Glaab erste Frauenseelsorgerin

Brigitte Glaab, Priesterin im Ehrenamt in der Gemeinde Aschaffenburg, wird erste Frausenseelsorgerin im alt-katholischen Bistum.

Die 55jährige Geistliche wird zum 1. September 2017 dieses Amt übernehmen. Zu ihren Aufgabenbereichen zählen unter anderem die Unterstützung der kirchlichen Frauenarbeit durch Impulse und Fortbildungsangebote, vor allem in den Bereichen Geistliche Begleitung, Schulung und Beratung, sowie die Sorge um die Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb des Bistums sowie auf ökumenischer Ebene. Die Schwerpunkte der Arbeit legt die Frauenseelsorgerin gemeinsam mit dem Vorstand des Bundes Alt-Katholischer Frauen fest.

Brigitte Glaab wurde 2010 zur Priesterin geweiht und arbeitet hauptberuflich als Yogalehrerin.

 Quelle: www.alt-katholisch.de

 

Mehr Informationen finden Sie auch hier>


"Alle Getauften sind Priester, Bischof, Papst - Frauen also auch"

Christinnenrat stellt gemeinsam mit Schirmfrau Margot Kä´ßmann Online Projekt "Reformation ist überall - Frauenperspektiven" in Wittenberg vor:

Download
Pressemitteilung des Christinnenrates vom 12. August 2017
Alle Getauften sind Priester, Bischof, P
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Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier:

https://www.christinnenrat.de/reformation-ist-ueberall-startseite