Frauensonntag

Aufstehen und leben - Frauensonntag 2018

Aufstehen und leben – wer möchte das nicht? Das ist ja auch zunächst einmal der Normalfall. Wie selbstverständlich stehen wir jeden Morgen auf und gestalten unser Leben. Erst wenn wir etwa durch eine Krankheit ans Bett gefesselt werden, merken wir wie kostbar es ist, aufstehen und leben zu können.

 

Im Lukasevangelium lesen wir die Geschichte von der sogenannten „gekrümmten Frau“. Sie bleibt namenlos, wird ausschließlich durch ihre Krankheit definiert. Jesus aber sieht sie, spricht sie an und richtet sie auf. Wer hat nicht schon einmal am eigenen Leib erfahren, wie wunderbar es ist, sich nach einem Genesungsprozess wieder kraftvoll aufrichten zu können?

 

Mit der namenlosen Frau können wir uns identifizieren. Sie steht für Frauen und Männer, die sich gebeugt fühlen durch unterdrückende Strukturen, durch Krankheit oder auch dadurch, dass sie sich ausgeschlossen fühlen. Wie können solche Menschen wieder ins Leben kommen? Was hilft ihnen, sich aufzurichten? Jesus ist Meister darin, Menschen aufzurichten und ihnen Ansehen und Würde zu geben. Er schafft den Raum, in dem Menschen aufstehen können, ja in gewisser Weise auch auferstehen.

 

Diese Auferstehungserfahrung wollen wir mit Ihnen gemeinsam feiern und laden Sie herzlich dazu ein!

 

Unsere Vorlage, die wir Ende Februar an die Frauengruppen, Einzelmitgliedsfrauen und Pfarrerinnen und Pfarrer verschickt haben, bietet dazu Anregungen.

 

Wir freuen uns, wenn Frauen in den Gemeinden Verantwortung für den Gottesdienst übernehmen und sich so mit ihrer Präsenz, ihren Begabungen, ihrer Sprache und Sichtweise einbringen. Der Frauensonntag bietet die Gelegenheit, Themen aus der Sicht von Frauen in den Mittelpunkt zu stellen und ganzheitliche Impulse im Gemeindegottesdienst zu setzen.

 

Unser besonderes Anliegen ist der achtsame Gebrauch der Sprache. Wichtig dabei ist uns, dass die Gemeinschaft von Männern, Frauen und Kindern sowie Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen durch den Gebrauch einer sensiblen, inklusiven Sprache angemessenen Ausdruck findet. Darum haben wir uns in unserer Vorlage bemüht, in Liedern, Gebeten, Texten und Übertragungen auf eine einseitige Festlegung Gottes auf männliche Bilder zu vermeiden.

 

Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.

 

Wir freuen uns, wenn Sie uns ihre Erfahrungen zum Frauensonntagsgottesdienst rückmelden wollen.

 

Wir wünschen Ihnen und uns allen einen erfahrungsreichen, lebendigen Gottesdienst am 29. April 2018.

 

Brigitte Glaab und Lydia Ruisch

Die Kollekte des diesjährigen Frauensonntags ging an die Organisation "start somewhere".

 

Auf der Website heißt es:

"Wir sind eine gemeinnützige GmbH zur Förderung von Entwicklungszusammenarbeit. Seit 2011 unterstützen wir über Spendengelder zwei Schulen im Kibera Slum in Nairobi, Kenia. Kibera ist einer der größten Slums in Afrika. Die Menschen leben dort auf geringstem Raum ohne Kanalisation und fließendes Wasser. Die UN schätzte 2010 die Gesamtbevölkerung von Kibera auf 500.000 bis 700.000 Einwohner und nannte Bevölkerungsdichten von mehr als 2000 Personen pro Hektar. Starke Armut prägen die Siedlung und die Verschmutzung durch Abfälle, Abwässer und Fäkalien ist enorm hoch, dementsprechend auch die dadurch verursachte Krankheitsrate. Die einzige Chance, dem Elend zu entkommen, ist Bildung."

(Quelle: http://www.startsomewhere.eu/)

 

Hier finden Sie das Dankesschreiben der Organisation für die Kollekte am Frauensonntag:

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Dankeschönbrief "start somewhere"
Dankeschön start somewhere baf-Frauenson
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Warum feiern wir den "Frauensonntag"?

Für baf-Frauengruppen oder auch Frauen, die sich spontan zusammenfinden, um den "Frauensonntag" zu gestalten, ist dies zum einen eine Gelegenheit, Verantwortung für das liturgische und pastorale Leben in der Gemeinde zu übernehmen. Zum anderen bietet dieser Sonntag auch die Möglichkeit, spezifische Frauenthemen im Gottesdienst zur Sprache zu bringen. Mit dieser Feier, die am selben Tag im ganzen Bistum begonnen wird, erfahren wir ein Stück Solidarität und Verbundenheit mit unseren Schwestern und Brüdern. Im Gottesdienst des Frauensonntags sind daher kreative Elemente und besondere Bausteine nicht nur geduldet, sondern auch bei der Auswahl von Lesungstexten und Liedern, sowie der Gestaltung von Predigt, Fürbitten, eingefügten szenischen oder getanzten Elementen erwünscht.

  

Ein besonderes Augenmerk kann dabei vor allem auf der Verbindung von überlieferten biblischen Texten und Erzählungen mit der Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern heute sein. Der Frauensonntag bietet überdies die Möglichkeit, einmal als Frauengruppe in der Gemeinde sichtbar und wahrgenommen zu werden.

 

Die Eucharistiefeier am Frauensonntag hat sich seit ihrer Institutionalisierung im Jahr 1920 von einem Gottesdienst über Frauen zu einem Gottesdienst von Frauen für die ganze Gemeinde gewandelt. Sie wurde zum Zeichen für die Fähigkeit zum Aufbruch und zur Entwicklung in unserer Kirche.

 

Überlegungen zum Frauensonntag von Mariette Kraus-Vobbe, 2009

 

 

Frauen und Liturgie – das ist ein weithin unaufgearbeitetes Thema in allen kirchlichen Traditionen. Lesen Sie hierzu den Artikel von Angela Berlis:

 

Frauensonntag – die Geschichte eines liturgischen Aufbruchs...